Bo-Sung Kim
Janggo/Jing/Kkwaenggwari

In den improvisierten, oft einstündigen Sets von Song Of Mu (무) wechseln trance-artige Momente mit reduziertem, postromantischem und free-jazz-artig eruptivem Klavierspiel, mit minimalistischer Elektro-Akustik bis hin zu Spuren von Krautrock.
Die Musik von Song Of Mu entwickelt sich dabei als Transformation von Spielen und Hören im paradoxen Zustand vom Sowohl-als-Auch stilistischer Anleihen inmitten eines komplett eigenständig geschlossenen Trioklangs.
Das koreanische mu steht für Bedeutungen wie Wind, Tanz oder das Nichts, vielleicht wie im unbestimmten Moment vor dem Anschlagen eines Tons.
Bo-Sung Kim – Janggo/Jing/Kkwaenggwari
Matthias Mainz – Präpariertes und unpräpariertes Piano/Live-Processing
Oliver Potratz – Kontrabass/E-Bass/Elektronik
Janggo/Jing/Kkwaenggwari
Präpariertes und unpräpariertes Piano/Live-Processing
Kontrabass/E-Bass/Elektronik
Im Januar 2024 kommen Song Of Mu auf der Suche nach einem neuen Triosound zwischen koreanischer Percussion, präpariertem Piano und Kontrabass zu zwei Sessions in der Wohnung des amerikanischen Vibraphonisten David Friedmans in Berlin zusammen.
Die koreanische Percussionistin Bo-Sung Kim, der Bassist Oliver Potratz und der Pianist Matthias Mainz definieren ihre multistilistische Kommunikation seitdem zwischen Serien laborhafter Recordingsessions und in Studiokonzerten im Trio und in Quartetten unter den Impulsen musikalischer Gäste.
Während Mainz und Potratz zwischen akustischen, elektrifizierten und elektronischen Settings sonst unvereinbare musikalische Welten in einen gemeinsamen Fluss bringen, aktiviert Kim das ganze Spektrum von Rauschklängen über improvisatorische Impulse bis hin zu hypnotischen Rhythmus-Tracks auf einem traditionellen koreanischen Setup aus der doppelfelligen Janggo und den Gongs Jing und Kkwaenggwari.
Bo-Sung Kim spielt auf der doppelseitigen Sanduhrtrommel Janggo und den Gongs Jing und Kkwaenggwari mit einem Verständnis von Puls, das aus der koreanischen Gugak-Musik stammt. Ihre aus traditionellen Kontexten stammenden Spieltechniken wendet sie in geräuschhaften Aktionen auf Holz, Fell und Metall teils wie eine Cage-interpretierende Klangforscherin ein. Dann wieder erschafft sie für SongOfMu ein rhytmisches Fundament, das in seiner energetischen Reduktion eher an Jackie Liebezeits Wirken für CAN erinnert, als an traditionelle Jazz- oder Freejazz-Kontexte.
Oliver Potratz positioniert seine Kontra- und E Bässe in SongOfMu mit Leichtigkeit zwischen akustischem und elektronischem Sound, zwischen Avantgarde- und Freejazz-Modi und spielt dabei mit minimalistischen Groove-Fragmenten, mit Jazz und Noise und schwingt sich teils bis zur Andeutung einer solistisch-verzerrten E-Gitarre auf.
Im Spiel von Matthias Mainz auf präpariertem und unpräpariertem Flügel wechseln perkussive minimalistische Ideen mit stilistischen Ausbrüchen aus der Materialsammlung des 20.Jahrhunderts von Jazz, Minimal, Free Jazz und Neuer Musik. Sein Live-Processing des Flügels und der Impulse seiner Mitspieler:innen wirft als Counterpart einen elektronischen Bogen um den musikalischen Ideenfluss von SongOfMu.